Hinter den Kulissen

Hinter den Kulissen

Samstag, Februar 21, 2026

Ein Kreuzfahrtschiff ist ein faszinierende Welt für sich.

Heute durften wir an einer Schiffstour "Hinter den Kulissen" teilnehmen.  Leider konnten keine Fotos gemacht werden.  In 3 1/2 Stunden wurden wir durch normalerweise den Gästen unzugängliche Bereiche geführt.  Es war wie ein neues Schiff im Schiff.  Der Raum mit den Ankerketten war die erste eindrückliche Station.  Eine Kette (von vier) wiegt 120 Tonnen.  Sie werden bis auf den Meeresgrund hinab gelassen, wenn das Schiff nicht direkt im Hafen anlegen kann, und halten es so stabil.

Die Brücke (siehe das Gebilde, das oben am weitesten seitlich herausragt) ist ein Raum vollgestopft mit Ortungs- und Kommunikationssystemen, um das Schiff sicher zu steuern.  Auf hoher See überwachen zwei Offiziere und ein Ausguckmatrose die Fortbewegung des Schiffes, welches vom Autopiloten gesteuert wird, rund um die Uhr.  Hafeneinfahrten verantwortet immer der Kapitän persönlich.

Die Queen Mary 2 hat zur Fortbewegung Düsenantriebe, ähnlich wie ein Jet.  Diese sind beweglich und dienen somit anstelle eines Ruders auch der Steuerung.  So kann sich das Schiff sogar auf dem gleichen Fleck um seine eigene Achse drehen.  Die Maximalgeschwindigkeit wäre 56 km/h.  Die im Normalbetrieb erlaubte Geschwindigkeit ist aber nur ca. 40 km/h, um die Umweltbelastung zu reduzieren.  Die Antriebsleistung aller vier Motoren entspricht ca. 1'000 gehobenen Mittelklasswagen.

Der Antrieb ist elektrisch.  Der Strom wird durch Diesel- und Gasturbinen erzeugt, welche die 10'800-fache Leistung unserer Photovoltaik in Nax haben.  Damit könnte man eine ganze Stadt versorgen.  Die Abwärme wird energieschonend für Dampfproduktion genutzt.  Auch sein Trinkwasser muss das Schiff aus Meerwasser selber produzieren: rund 900'000 Liter pro Tag.  Dieser ganze Maschinenpark muss ebenfalls von Technikern unter der Aufsicht eines Offiziers rund um die Uhr überwacht und gewartet, bzw. Störungen behoben werden.

Im Bauch des Schiffes befinden sich unter anderem das bestens ausgerüstete medizinische Zentrum mit zwei Intensivbetten sowie die ganzen Logistikräume, wie auch die grösste Küche des Schiffes.  Pro Woche verbrauchen die fast 4'000 Menschen an Bord u. a. 50 Tonnen Früchte und Gemüse, 8 Tonnen Fleisch, 20'000 Liter Milch und 33'000 Eier.  Dies muss alles während eines Hafenaufenthaltes innert weniger Stunden wieder ergänzt werden.  Besonders herausfordernd ist die laufende Pazifiküberquerung:  Sie dauert von San Francisco bis Auckland 20 Tage fast ohne Möglichkeit, neue Waren aufzunehmen, also mussten in San Francisco die dreifachen obigen Mengen eingeladen werden.

Diese Führung hat uns sehr beeindruckt  So viele Menschen (im Bild der Küchenchef) strengen sich täglich auf all ihren Positionen an, damit die Gäste die Seereise geniessen können.

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