
Johnston Ridge Observatory
Naturkatastrophe Mt. St. Helens – hautnah.
Nachzutragen wäre, dass wir im mittleren Teil unserer Reise den Cascade Volcanoes folgen, einer Vulkankette von fast 20 Bergen, welche sich über rund 1'100 km von British Columbia (Kanada) bis in den Norden Kaliforniens erstreckt.
Die Unruhe in der Erde entsteht durch eine pazifische Platte, welche sich unter die amerikanische Platte schiebt. Die relative Ruhe täuscht. Das ganze Gebiet ist seismisch aktiv, und schlimme Katastrophen (schwere Erdbeben, sehr starke Vulkanausbrüche) drohen für die Grossstädte Seattle, Vancouver und Portland grundsätzlich jederzeit.
Neben dem Mt. Rainier ist auch der Mt. St. Helens, den wir heute besuchen, ein solcher Cascade Volcano,

Am 18. Mai 1980 ereignete sich hier eine Naturkatastrophe unvorstellbaren Ausmasses. Der Berg explodierte regelrecht und sandte nicht nur innert 15 Minuten eine Rauch- und Aschesäule von 24 km in die Höhe, nein, vor allem wurde ein beträchtlicher Teil des Berges regelrecht weggesprengt. Eine wüste Gegend hinterblieb, alles Leben komplett ausgelöscht. Bis am Abend war ein Gebiet von 60'000 km2 (fast 1.5 Mal die Schweiz) mit Asche bedeckt.

Auch wenn viele Spuren dieses Ausbruchs heute noch zu sehen sind, konnte sich das Leben doch wieder zu einem grossen Teil erneuern, was die Resilienz der Natur eindrücklich beweist.

Unser Wanderziel von heute ist das Mount St. Helens Johnsons Ridge Observatorium, von welchem die explodierte Flanke und die darunter liegenden Erosionsprozesse schön zu beobachten sind (siehe voriges Bild).

Da die Strasse dem immer noch instabilen Gelände zum Opfer fiel, ist das Observatorium nur noch über einen Bergweg von 16 km, 600 Höhenmeter zu erreichen, was die Anzahl der Besucher sehr drastisch reduziert.

Der Morgen begann trüb mit zeitweise bizarren Lichteffekten und liess wenig Hoffnung, den Berg überhaupt zu sehen, ...

... dafür sahen wir dieses schöne Tier im Nebel.

Schliesslich blieb uns aber das Wetterglück doch treu, und die ganze Gegend tauchte aus dem Nebel auf.

Am Abend spendierte der Wirt den Besuchern aus fernen Landen himmlische Topfenknödel (gemäss Renate), runde Schenkeli (gemäss Markus), ...

... und diesen rührenden Geburtstagsgruss sahen wir auch noch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten!
